Husum – Ebbe in der Bäckerkasse: Selbst Schuld!
Von Sascha Herbst am 16. Juni 2009
Anlässlich der Veranstaltung Lauf zwischen den Meeren, zog es mich neulich nach Husum. Laut Eigenwerbung „die graue Stadt am Meer”. Hier hat der Schimmelreiter Theodor Storm das getrübte Licht der Welt erblickt. Und viele Jahre später, in Zeiten der Krise, trüben sich auch meine Linsen angesichts des desolaten Eindrucks, den eine Bäckerei am Marktplatz bei mir hinterlässt. Man muss sich das mal vorstellen: Ein Marktplatz, gefüllt mit mehr als 3.000 Menschen, die noch circa eine Stunde auf den Startschuss um 09.00 Uhr warten. Darunter viele Verwandte und Bekannte. Gern würde man jetzt einen Becher Kaffee und ein Brötchen genießen. Nur wenige Schritte entfernt leuchtet eine Bäckerei. Ansprechende Fenstergestaltung – man sieht direkt auf den langen Tresen. Nette Farben. Sogar Sitzmöglichkeiten. Und dann das: Hinter dem Tresen arbeitet exakt EINE Verkäuferin. Nicht drei oder gar fünf, die bestimmt alle ausgelastet gewesen wären. NEIN. Eine Dame, so um die 50 macht da ihren Job. Wahrschein wie jeden Tag. Und sie macht alles: Kaffee nachfüllen, Kasse, Spülmaschine ausräumen… und, wenn noch ein bisschen Zeit ist, zwischendurch verkaufen. Die Schlange ist entsprechend lang. Die Menschen genervt. Der Umsatz weit unter seinen Möglichkeiten. Wie gern hätte ich Husum zugerufen: Augen auf und aus grau wird strahlend blau.

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