Preisverhandlungen: Absurdität des Agentur-Alltags

Von am 28. Juni 2009

Keiner kommt auf die Idee, nach dem Essen im Restaurant über die Rechnung verhandeln zu wollen, nur weil man nicht genug Geld eingeplant hat. Genauso absurd erscheint es einem, mit dem Friseur oder Videoverleih über den Preis der Leistung zu verhandeln. Wie komisch ein solches Verhalten wäre, zeigt der folgende Spot sehr schön:

Agentur-Pitch: Muss man alles mitmachen?

Wir Agenturmenschen erleben ein solches Preisgegängel sehr oft. Da werden die Kosten für Logos, Broschüren, Kampagnen oder Websites verbal gedrückt, bis die Laune im Keller ist und man nicht mal mehr zum Lachen dort hingehen möchte. Aber es geht noch schlimmer: In der aktuellen Ausgabe der W&V wird darauf hingewiesen, dass die Hypo Real Estate jetzt fünf Agenturen zum kostenfreien Pitch aufgefordert hat. Wahnsinn. Man stelle sich das mal vor: Ein hoch verschuldeter, ehemaliger Milliardär betritt ein Restsaurant und fordert fünf Köche auf, für ihn zu kochen. Nur um zu schauen, was denn so munden könnte. Ob man die Rechnung bezahle, geschweige denn, eine Beziehung auf Dauer dabei herausspringe, stünde angesichts der desaströsen Finanzlage in den Sternen. Was sollte man machen? Wie sich verhalten? Vielleicht sich sanft zum Herrn rüberbeugen und fragen, ob man auch für ein Jahr ein kostenloses Girokonto mit 100,000 Euro Startguthaben bekäme. Nur um zu gucken, ob die Bank denn auch die richtige sei.