Was wird die SPD aus der Europawahl lernen?
Von Sascha Herbst am 24. Juni 2009
Auch wenn die Europawahl schon ein paar Tage zurückliegt, sollte man sich angesichts der bevorstehenden Bundestagswahlen die jüngste Kampagne der SPD noch einmal anschauen. Wohlgemerkt es handelt sich hierbei weder um eine parteipolitisch motivierte Betrachtung, noch um eine „im Nachhinein sind alle Schlauer Geschwafel.“
Die Pareiführung entschied sich für eine mutiges Konzept. Gestalterisch auffällig, inhaltlich stark polarisierend. Doch auch nach zahlreichen Gesprächen im Freundes- und Bekanntenkreis blieb irgendwie ein fader Beigeschmack hängen. Man hatte zwar verstanden, warum man die anderen nicht wählen sollte, aber die eigene Stärke/ Position wurde nicht klar.

Walter Lürzer, der Begründer des gleichnamigen Archivs, brachte es bereits vor der Wahl in CICERO, Ausgabe Mai 2009 auf den Punkt: „Wäre ich Deutscher, müsste ich jetzt entscheiden, welchen Bewerber ich für die nächsten Jahre engagiere. Ich will kein Finanzhai sein, also keine FDP. Heiße Luft bauch ich auch nicht, also keine Linke. Dumping ist dumm, also Absage an die CDU.SPD allein schon wegen der Kampagne nicht. Ich warte also lieber, bis neue Bewerber auftauchen.”
So oder ähnlich haben wohl viele gedacht. Jedenfalls sprachen Wahlbeteiligung und Wahlergebnisse eine eindeutige Sprache. Auch wenn die auf Seiten der Politik nur wenige verstehen wollten.
Vielleicht ja auf Seiten der verantwortlichen Werbeagenturen. Denn ein Hai, der andere diffarmiert erweist dem gesunden Demokratieverständnis nur einen Bärendienst.

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