Volkspizza, Volksfarbe, Volksverdummung?
Von Carsten Bergmeier am 21. Juli 2009
„Wir sind das Volk!“ Seit 20 Jahren begleitet uns der Ruf der Montagsdemonstation vom 9. Oktober 1989 durch die Medien. Seit September 2002 gibt die BILD-Zeitung dem Volk nun das, was es verdient – die Volks-Produkte. Begonnen hat alles mit dem Volks-PC im September 2002. Ihm folgten in den vergangenen sieben Jahren so großartige Produkte wie Spüler, Zahnbürste oder Und auch in diesem Jahr beschert uns die bild.de besonders volksnahe Produkte. Nach der „Volks-Pizza“ strahlte mir heute in grellem weiß wieder die „Volks-Farbe“ von einer Großfläche entgegen. Endlich auch mal ein Produkt, dass ich gut gebrauchen kann, habe ich mir gedacht – nur, was ist daran „Volk“? Gleiche Verpackung, gleicher Inhalt wie das Original-Produkt, zugegeben Preislich etwas attraktiver.

TV-Wohnexpertin Enie van de Meiklokjes kennt sich aus: Immer wieder verändert sie die Farben in ihren eigenen vier Wänden.
Hinter die Kulissen hat sich bereits 2005 der bildblog (der Watchblock für deutsche Medien) dieser Marketingstrategie angenommen und äußert sich in einem Beitrag www.bildblog.de/schnappchen-furs-volk/ eher kritisch zu den Volksprodukten “… Viel wichtiger ist jedoch, dass “Bild” nicht mehr nur Einfluss darauf nimmt, was in Politik und Gesellschaft diskussionswürdig erscheint, sondern mit zunehmendem Erfolg der “Volks”-Produkte auch darauf, welche Waren welches Herstellers die Verkaufsschlager von morgen werden – egal ob Waschmaschine, Fahrrad oder Computer. Ob eine solche Markenmacht auf Dauer tatsächlich im Sinne von Herstellern und Verbrauchern sein kann?…”
Mein Fazit als Werber: Eine gute Marketing-Strategie für die krisengeschüttelte Verlagsbranche, die offensichtlich funktioniert und beim Volk gut ankommt, oder …?

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