Ritter Sport: Verbraucher an die Macht!

Von am 01. Oktober 2009

Akuteller Screenhsot der Web-Site von Ritter Sport.

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Werbung und Verbraucher entdecken sich neu. Schluss mit der rein passiven Konsumhaltung. Ran an die Marke, die Produkte die Marketingabteilungen. Während man in intellektuellen Werberzirkeln noch über die Führbarkeit einer Marke diskutiert, gehen andere Anbieter einen Schritt vorwärts. Sie gehen neue Wege. Verhalten und wacklig zwar, aber dennoch sind es erste Schritte in eine Welt, die weniger kontrollierbar und kalkulierbar ist. Ritter Sport liefert hierfür ein aktuelles Beispiel. Das Unternehmen hat im Rahmen einer Kampagne aufgefordert, einen Film/ Spot zur Neuauflage der Schokoladensorte Olympia vorzuschlagen. Und die Ergebnisse können sich sehen lassen.

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Die Idee ist nicht neu und wir finden sie vielerorts, wie z. B. bei den Machern von Bild. Worum es mir geht sind, folgende sieben Thesen, die jeden Unternehmer zum Nachdenken auffordern sollen:

1. Verbraucher werden mächtiger. Die technischen Möglichkeiten senken die Markteintrittsbarrieren für den Endverbraucher. Mit seiner Idee, einer Kamera und einem Rechner kann er sich als kreativer Publisher in Stellung bringen.

2. Verbraucher werden sichtbar. Privatfilme erreichen immer häufiger ein großes Publikum.

3. Verbraucher werden besser. Die Machart wird immer besser und reicht mitunter an professionelle Arbeiten heran.

4. Verbraucher können es auch gut mit einem meinen. Im interaktiven Netz finden sich nicht nur Miesmacher und Nein-Sager. Fans einer Marke oder eines Produktes können sehr wohl Botschaften transportieren, die als echte Aktivposten verbucht werden können.

5. Verbraucher sind gern Fans. Wohl dem Unternehmen, dem es in Zukunft gelingt, eine überzeugte Fan-Gemeinde aufzubauen, die sich für ihn stark macht.

6. Fans wollen ein Teil des Ganzen sein. Wohl dem Unternehmen, dass sich einer Fan-Gemeinde öffnet und sie nicht länger außen vor lässt.

7. Offenheit wird zum Qualitätskriterium. Eine neue Offenheit zur aktiven Mitwirkung birgt Risiken. Doch das Risiko Kunden zu verlieren, weil man sie außen vor lässt, wiegt viel schwerer.

Schlussbemerkung: Werber sind es gewohnt, in diversen Formen der Manipulation zu denken und zu handeln. Und am Ende lässt sich auch alles auf Manipulation der Wahrnehmung reduzieren. Und es gefällt ihnen gar nicht, wenn plötzlich neue Akteure das Zepter in die Hand nehmen. Akteure, die sich ihres eigenen Verstandes bedienen, ebenfalls manipulierend eingreifen durch eigene Beiträge. Arbeiten, für die sie dann auch noch Applaus in Form von Klickzahlen, Sternchen, Kommentaren etc. bekommen. Wie damit umgehen als Unternehmen? Kämpfen, bekriegen, klein halten, verachten, drauf hauen, mit Nichtachtung strafen. Ich sage nein. Und schlage vor. Hört zu! Geht darauf ein! Auch wenn es weh tut. Und wer sie noch nicht kennt, dem empfehle ich die Story „DELL ist Scheiße“ von Jeff Jarvis.