Brigitte: Ohne Models! Eine Modezeitung?! Wer‘s glaubt …

Von am 25. Januar 2010

Die Brigitte, alteingesessen und eher bodenständig, behauptet: Das geht. Die erste Ausgabe habe ich noch ignoriert. Lass die quatschen. Eh alles bloß haltloses Gelaber. Ein Störer auf dem Heft, auf dem statt „NEU” eben „Ohne Models” steht. Jacke wie Hose, dachte ich. YouTube Preview Image

Ich bin selber viel zu sehr „Werbetante”, um mir Illusionen über die Beweggründe zu machen. Trend hin oder her – umgesetzt wird etwas Neues nur, wenn sich Vorstand und Marketing davon höhere Verkaufszahlen versprechen. Aber vielleicht verändert sich dadurch tatsächlich ein wenig das Selbstbild / das Frauenbild der Konsumentinnen?  – Mit der zweiten Ausgabe war dann meine Neugier größer als die Skepsis und ich habe ein Heft gekauft. Mein Eindruck: Die Fotostrecken sind inszeniert wie immer, die Nicht-Models etwas individueller, etwas kantiger, aber zu mindestens 95 % entsprechen sie immer noch dem herkömmlichen Schönheitsideal. Ok. „Ohne Models” geht, wenn man sich Frauen sucht, die eben doch fast wie Models aussehen. Wirklich mutig war das nicht. Ein netter Anfang vielleicht. Aber vielleicht entwickelt sich daraus noch mehr. Auf jeden Fall eine gute Marketing-Idee, gut unterstützt durch den beigelegten Fragebogen (mit Belohnung und leicht versteckter Abo-Bestellklausel für die Antwortenden). Aber hätte man nicht mit der jährlichen Beilage der berühmten „Brigitte-Diät” noch eine Ausgabe warten können, um mir wenigstens vier Wochen lang das Gefühl zu lassen, es sei ein wenig Idealismus dabei? Ein ganz kleines bisschen rehabilitiert hat den Versuch mein fast 3-jähriger Sohn mit einem: „Mama, die sieht aus wie du!” beim Anblick eines der Nicht-Model-Fotos. Wer‘s glaubt … ;0)