Viel zu viel zu viel – kann man beim Betrachten einer Anzeige ersticken?
Von Bjoern Schumacher am 25. Januar 2010

Anzeige ADAC Motorwelt
Was ist bei der Gestaltung dieser Anzeige für ein Navigationssystem „mit echten 3-D-Ansichten“ passiert (AZ aus der ADAC Motorwelt 12/2009)? Der potenzielle Kunde wird mit Informationen geradezu beschossen. Jeder Millimeter Raum wird vermeintlich effektiv mit Elementen gefüllt – schließlich will man ja auch keinen Platz verschenken. Zwar scheinen die Verantwortlichen den Tipp „weniger ist mehr“ noch nicht gehört zu haben, aber dafür haben Sie die Marketingstrategie „sex sells“ umso intensiver verinnerlicht. Was hat sonst ein lasziv guckendes Blondchen mit tiefem Ausschnitt mit einem Navi am Hut? Sollen etwa die 3-D-Ansichten im Zusammenhang mit dem Dekolleté stehen? Eine sinnvolle Verbindung bleibt mehr als schleierhaft.
Die Mängel zusammengefasst:
• Es steht keine Idee hinter der Anzeige
• Viel zu viele Informationen (Niemand liest sich bei einer Anzeige so viel Text durch)
• Text leseunfreundlich formatiert (Schriftgröße zu klein, weiße Schrift auf schwarz lässt sich generell schwieriger lesen)
• Zu viele Elemente (Das Auge wird nicht geleitet, sondern von einer Ecke in die andere gejagt)
• Kein Raum (Anzeige wirkt unaufgeräumt, chaotisch, durcheinander – und dies bei einem Produkt, dass mir eigentlich einen klaren, einfachen, schnellen Weg zu meinem Ziel vorgeben soll!)
• Zu viele Eye-catcher, Störer, Auszeichnungen: Laszive Frau, mehrere Bilder des Navi-Displays, mehrere Störer, die auf Vorteile hinweisen sollen
Fazit: Wer laut Mediadaten der ADAC Motorwelt für eine AZ (1/1 Seite in 4C) 109.280,– € zahlt, sollte doch eigentlich Wert auf eine ansprechende Gestaltung oder zumindest auf einen angemessenen Inhalt legen.

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