Hermès, Märchenhaft
Von Sunna Weber am 07. April 2010
In der Märzausgabe der ELLE findet man eine Anzeige von Hermès, unter anderem bekannt für seine Seidentücher (genannt Carré Hermès). Genau so eins soll auch in dieser Anzeige beworben werden.

Auf den ersten Blick fällt einem das Logo des französichen Labels auf, man liest darunter “Hermès, Märchenhaft”. Die Kollektionen mögen vielleicht märchenhaft sein, aber diese Anzeige ist es ganz und gar nicht.
Beim genaueren Betrachten scheint das Model doch enorm groß, gefühlte zwei Meter achtzig, die Schuhgröße dürfte jenseits der 40 liegen.
Das Carré, was den Körper verdeckt, scheint mit keinerlei fotografischem Realismus ins Bild gekommen zu sein. Weichgezeichnet ohne Ende, der Faltenwurf ist mehr als sonderbar, Licht und Schatten wurden wohl nicht immer besonders gut durchdacht (z. B. am Fuß des Models).
Weiterhin sollte wohl der Eindruck erweckt werden, das Carré kommt aus der Vase … nur leider nicht bei der Spiegelung im Wasser. Ebenso ist mir unklar, was genau der dunkle Streifen im Carré sein soll … Ist es die Silhouette des Models? Nein, unmöglich. Aber was dann?!
Worauf das Fräulein steht, ist genauso fraglich, auf dem Wasser? Auf einer Plattform? Eine kleine Plattform ist unter den Füßen geringfügig zu erkennen, wurde aber sonst wegretuschiert.
Die Anzeige gleicht mehr einem Fehlersuchbild, wie man sie aus dem Rätselheft kennt und entspricht so gar nicht dem Luxus-Modeartikel-Hersteller. Die Summe von 24.700 € (Preis einer ganzseitigen, 4-farbigen Anzeige in einer Ausgabe der deutschen ELLE) hätte man denn vielleicht doch besser investieren können.

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