Coca-Cola light: Ihr seid mich bald los

Von am 09. Mai 2010

Ja, ich weiß, als Mann, Anfang 40 bin ich einfach nicht mehr die Zielgruppe für Coca-Cola light. Nach der Neupositionierung soll ich endlich zu Zero greifen. Da habe ich aber zero Bock drauf.

Mal abgesehen davon, dass die mir gar nicht schmeckt, finde ich die pubertäre Ansprache auch blöde. Doch der aktuelle Spot für meine light bringt mich wirklich ins Grübeln. Da baut sich ein furchtbar schmerzendes Spannungsverhältnis zwischen mir, meinem Kaltgetränk und dem Marketing auf. Ich komme da nicht mehr mit. Wieso um alles in der Welt werben die jetzt mit Marionetten?

Ist das Leben im Büro nicht schon hart genug, muss man mir dann auch noch klar machen, dass da jemand ganz anderes die Fäden zieht. Selbstbestimmung, Freiheit, ich mach mein Ding, ich bin gut drauf … ach ne, sorry, bin ja nur eine Marionette, die gerade die Wirtschaftskrise überlebt hat und nun irgendwie klar kommen muss mit Eurofrust aus Griechenland, vulkanisiertem Flugverkehr und mieser Stimmung. Leute, ich will meine alte Cola light wiederhaben. Bitte. Lasst mich für 30 Sekunden wieder ein heißer Bauarbeiter sein.

Bitte, gebt es mir zurück, dieses coole Feeling, diese Begehrlichkeit, diesen Witz, die Selbstironie. Ach wisst ihr was, ihr Werbestrategen in euren Großstadttempeln, ihr könnt mich mal, ich trinke meine light trotzdem. Trotz was? Trotz eurer bescheuerten Werbung.
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Da war die Welt für mich noch in Ordnung: YouTube Preview Image