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Bild-Chef inszeniert sich als Roaming-Opfer

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Von Sascha Herbst am 24. Juni 2010

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Das sind schon seltsame Zeiten in denen wir da leben. Der Chef der Bild, Kai Diekmann, spielt mit dem Medium Internet und gibt sich als Opfer aus. Sein Blog, den er auch aus dem fernen Marokko betrieben hat, kostete ihn mehr als 40.000 Euro Roaming-Gebühren. Wirklich? Wohl kaum. Ein Mann wie Herr Diekmann muss solche Rechnungen nicht fürchten.

Selbstverständlich kannte er den Preis pro Übertragungseinheit via Handy, doch bezahlen will er ihn nicht. Muss er auch nicht. Genügt ja ein fett gedruckter Wink hin zur Telekom. Und als ob das noch nicht genug wäre, macht er noch gleich eine dubiose Gerechtigkeits-Kampagne daraus. Was will uns Herr Diekmann sagen? Nichts ernstes. Er will ein bisschen spielen. Mal schauen, was man so lostreten kann. Faszinierend und verwunderlich zugleich. Ist das die neue Medien-Welt?

Herr Diekmann, ich finde auch mein Auto viel zu teuer, auch den Sprit oder …. was werden Sie als nächstes kaufen, nutzen, bestellen und dann nicht bezahlen wollen, weil es viel zu teuer ist? Nichts? Schon wieder vorbei? War nur eine weitere, selbstherrliche Inszenierung medialer Verdummungsmacht? Wahrscheinlich. Ja, ich Bild mir dann wirklich lieber meine eigene Meinung und staune darüber, wie ein intelligenter Mann mit geballter Scheinheiligkeit sein Geld verdient. Aber Hut ab, Sie sind ein Virtuose. Ob es wirklich klug ist, was Sie da tun, sei mal in Frage gestellt.

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